In´s eigene Knie geschossen: Fracking-Boss protestiert gegen Fracking

Jetzt will er eine Extra-Wurst gebraten haben

Bild: Sheila_Flickr_Attribution_CC BY-NC 2.0

Rex Tillerson, der Chef des weltweit zweitgrößten Unternehmens ExxonMobil, hat immer betont, Fracking sei völlig ungefährlich. Er wird schon wissen, warum. Immerhin verdient der Konzern mit Fracking Milliarden.

So war es aber nicht gemeint

Jetzt protestiert er gegen ein Fracking-Projekt, dass ExxonMobil in der Nähe seiner Pferderanch in Texas plant. [1]

Er wird schon wissen, warum.

Und hier, was Rex Tillerson alles weiß:

Das ist Fracking


Video: DokuKing101: Fracking, der heiße Scheiß – Heute-Show vom 08.03.2013, YouTube [2]

Ein Mitarbeiter sagt die Wahrheit


Video: Stephan Balka: Fracking – Ein Mitarbeiter sagt die Wahrheit, YouTube [3]

„Wir spalten das Gestein mit C4 Sprengstoff. Dann tritt aus den Rissen das Gas aus. Man braucht 1 Million Barrel Wasser [1 Barrel = 159 Liter, d. Red.] – allein für eine Etappe – und es gibt 10 davon […]

Und dann noch mal 18 Lkw-Ladungen Sand […] den braucht man, um die Risse offen zu halten – […] In den nächsten 50 Jahren wird das Abwasser nach oben kommen […] Eines der größten Probleme bei der hydraulischen Fakturierung ist das hochgradig kontaminierte Abwasser.

Das stark kontaminierte Abwasser wird aus dem Boden austreten; die nächsten 25 bis 50 Jahre. Wohin wird dieses Wasser fließen? Die Gasfirmen werden nicht hierbleiben, um es aufzufangen!“ [4]

Alles nur gelogen

Eigentlich sollte die Fracking-Technologie den USA einen Vorsprung gegenüber den anderen Industrienationen verschaffen.

Wer die Öffentlichkeit belügt, betrügt sich aber offensichtlich auch untereinander:

Vor lauter Gier haben die Unternehmen „systematisch die Vorkommen künstlich hochgerechnet […] Einige könnten ihre Schiefergasvorräte um bis zu 500 Prozent hochgerechnet haben.“ [5] Damit konnten die Felder dann weitaus teurer verkauft werden.

Heute bewertet die Amerikanische Energiebehörde EIA „die durch Fracking gewinnbaren Ölmengen in Kalifornien neu und hat ihre Prognosen dabei um 96 Prozent nach unten korrigiert – nur 600 Millionen Barrel anstatt der bisher erhofften Menge von 13.700 Millionen Barrel sollen förderbar sein.“ [6]

Für nichts und wieder nichts

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) hat sich noch im Januar diesen Jahres „für einen offenen Umgang mit der neuen Technik ausgesprochen“. [7]

Nehmen wir mal an, er meint es so wie er es sagt, dann würde er bestimmt in so einer schönen Landschaft Urlaub machen. Wo gefrackt wird, sieht es nämlich so aus:

Bild: Simon Fraser University PAMR_Flickr_Attribution_CC BY 2.0

Bild: Simon Fraser University PAMR_Flickr_Attribution_CC BY 2.0

In Nordamerika wird an hundertausenden Borlöchern gefrackt.

Was bleibt, sind „noch nicht quantifizierbare ökologische Kollateralschäden.“ [8]

Wer für die wohl aufkommen muss?

Rex Tillerson bestimmt nicht. Der sitzt dann seelenruhig auf seiner Pferderanch.

Unterstütze Rex Tillerson bei seinem Kampf gegen Fracking!

Den Appell kannst du hier unterschreiben.

Vielen Dank!

Quellen

[1] Chris Methmann: Bizarr: Exxon-Chef kämpft gegen seine eigene Firma, In: blog.campact.de, 28.07.2014, URL http://blog.campact.de/2014/07/bizarr-exxon-chef-kaempft-gegen-seine-eigene-firma/ (Stand: 02.08.2014)

[2] DokuKing101: Fracking, der heiße Scheiß – Heute-Show vom 08.03.2013, YouTube, 14.04.2013, Länge: 8:06 Min, URL: http://youtu.be/PkPlyPBZ6-A (Stand: 03.08.2014)

[3] Stephan Balka: Fracking – Ein Mitarbeiter sagt die Wahrheit, YouTube, 27.02.2013, Länge: 2:34 Min, URL: http://youtu.be/_cChjD8_860 (Stand: 02.08.2014)

[4] Stephan Balka, a.a.O.

[5] Franz Nestler: Das Fracking-Wunder bleibt aus, in: FAZ.de, 16.01.2014, URL: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schiefergas-in-amerika-das-fracking-wunder-bleibt-aus-12753461.html (Stand: 02.08.2014)

[6] Uwe Albrecht: Fracking: Nach dem Rausch kommt der Kater, in: WiWo Green, 29.05.2014, URL: http://green.wiwo.de/fracking-nach-dem-rausch-kommt-der-kater/ (Stand: 02.08.2014)

[7] Hendrik Kafsack: Schiefergasförderung: EU macht den Weg frei für Fracking, in: FAZ.net, 14.01.2014, URL: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/schiefergasfoerderung-eu-macht-den-weg-frei-fuer-fracking-12751743.html (Stand: 02.08.2014)

[8] Uwe Albrecht, a.a.O.

Weitere Filme und Videos zum Thema

Gift ins Grundwasser

OnlineAktivisten: Monitor – „Fracking“ – Einfach mal Gift ins Grundwasser! Sendung ARD/WDR vom 18.11.2010, YouTube, Länge: 8:14 Min, URL: http://youtu.be/eO_5j37F_q4 (Stand: 02.08.2014)

So funktioniert Fracking

Geile Dokus: Frag den Lesch – Was bedeutet Fracking?, YouTube, 22.09.2013, Länge: 14:41 Min, URL: http://youtu.be/JJj9-dZh_f4 (Stand: 02.08.2014)

Weiterführende Informationen

Fracking, das sollten Sie wissen

Peter Carstens: Fracking: Das sollten Sie wissen, in: GEO.de, 05.06.2014, URL: http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/erdgasfoerderung-fracking-das-sollten-sie-wissen-74451.html (Stand: 02.08.2014)

Umweltrat rät von Fracking ab

Süddeutsche.de: Umweltrat rät von Fracking ab, 31.05.2014, URL: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-um-neue-energiepolitik-umweltrat-spricht-sich-gegen-fracking-aus-1.1684720 (Stand: 02.08.2014)

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  1. Brauch mer net – woll mer net: Kein Gift in hessische Erde | DER WILDECKER

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