Aus der Weihnachtsbäckerei: Berliner Brot, das nicht aus Berlin kommt

Leckerschmecker Weihnachtsbäcker

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

70 auf einen Streich

„Berliner Brot“ ist nicht nur ein leckeres Weihnachtsgebäck, sondern auch einfach und schnell herzustellen. Mit einem Backblech gibt´s bereits 70 Stück!

Geschichte des Berliner Brotes ein Märchen?

Woher das „Berliner Brot“ seinen Namen hat, ist nicht geklärt. Auf Wikipedia ist zu lesen, es sei aus dem Bergischen Land, was aber irgendwie nicht logisch erscheint. [1]

Eine andere Erklärung macht da schon mehr Sinn, nämlich, dass das „Berliner Brot“ ein Märchen sei: [2]

Vor fast hundert Jahren lebte in Pommern ein Bauernmädchen. Es war nach einem Krieg und sie ging nach Berlin, um eine Arbeit zu suchen. Außer ein wenig Kleidung und einem alten Familienrezept konnte es nichts mit sich nehmen. Bei einer Gräfin, die direkt am Brandenburger Tor lebte, fand sie eine Anstellung.

Irgendwann wollte die Gräfin ein großes Fest feiern. Für die Planung rief sie die Köchin und das Bauernmädchen zu sich. Beide erhielten die Anweisung, dass sie Köstlichkeiten aus Berlin zubereiten sollten und zusätzlich das französische Gebäck „Madeleines“, die sie mal in Paris gegessen hatte.

Am Ende konnten die beiden Frauen viele Leckereien anbieten: Braten, Wein, Gänse und Gemüse. Das Rezept für die kleine französische Köstlichkeit konnten sie aber nicht finden.

Darüber war die hohe Dame nicht sehr erfreut, so dass das Mädchen in seiner Verzweiflung das Familienrezept hervorholte und sagte: „Wenn die feinen Leute keinen Kuchen haben, sollen sie halt Brot essen.“  Über diesen Vorschlag schwieg die Gräfin entsetzt.

Zur gleichen Zeit betrat ein junger Leutnant die Küche. Auf seine Bitte hin überreichte ihm das Bauernmädchen das Rezept. „Kardamom, Rübenkraut, Nelkenpulver, Kakao, Eier, Butter, Zucker, Haselnüsse, Mehl und Backpulver“, las er vor. „Und wie sieht dein Brot aus?“, fragte er das Mädchen „Braun, derb und hart“, erwiderte sie. Jedem der Anwesenden gab es eine Kostprobe.

„Eine Köstlichkeit hart wie die Berliner, außen rau, aber mit viel Seele“, rief die Gräfin daraufhin aus. „Nennen wir es doch Berliner Brot.“

Und so wird´s gemacht

3 Eier, 3 Eßlöffel heißes Wasser, 375 g Zucker, ein Schlückchen Rum oder alternativ Rum-Aroma in einer Schüssel mit dem Rührgerät schaumig schlagen.

Danach folgende Zutaten in die Schüssel geben und mit nach und nach verrühren; geht auch mit einem Löffel:

3 Eßlöffel Marmelade nach Wahl oder Zwetschgenmus. 100 g Zitronat und 100 g Orangeat. Wer das nicht mag, ersetzt es einfach durch Marmelade.  100 g geraspelte Schokolade, 200 g ganze Haselnüsse, alternativ gemahlene Haselnüsse. Mandeln gehen natürlich auch. 1 Eßlöffel Zimt, 1 Teelöffel Lebkuchengewürz oder 1 Messerspitze gemahlene Nelken oder einfach noch ein bischen Zimt. Zum Schluss 2 Teelöffel Backpulver (entspricht einem Päckchen).

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Backblech mit Margarine einfetten und die Masse ca. 1 cm dick gleichmäßig verteilen. Tipp: Einen Löffel in heißes Wasser tauchen; dann geht das Verteilen leichter.

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Backblech ab in den Ofen und ca. 30 Minuten backen. Die Backzeit nutzen, um die Schüssel und die benutzten Geräte abzuwaschen und wegzuräumen. Dann sieht die Küche schon wieder ordentlich aus.

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Bei 0 Grad Außentemperatur auf der Terrasse oder dem Balkon 10 Minuten abkühlen lassen. Wenn es draußen wärmer ist, dauert das Abkühlen eben länger.

150 g Schokolade oder Schokoladenguss in einer kleinen Schüssel über heißem Wasser schmelzen.

Danach die flüssige Schokolade gleichmäßig verstreichen und wieder abkühlen lassen. Zeit für einen Espresso oder einen heißen Grog, wenn man Rum verwendet hat. Soll ja gut zur Vorbeugung gegen Erkältung sein.

Zum Schluss das „Berliner Brot“ in kleine Stücke schneiden. Gibt bei mir immer 70 Stück (Rand schon aufgegessen).

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Bild: Robert A. Hohmann, CC BY 2.0

Na dann, lasst´s euch schmecken!

Zutatenliste Berliner Brot

Margarine zum Einfetten
3 Eier
3 Eßlöffel heißes Wasser
375 g Zucker
Ein Schlückchen Rum oder alternativ Rum-Aroma
3 Eßlöffel Marmelade nach Wahl oder Zwetschgenmus
100 g Zitronat und 100 g Orangeat oder noch 2 Eßlöffel Marmelade
100 g geraspelte Schokolade
200 g ganze Haselnüsse oder gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
1 Eßlöffel Zimt
1 Teelöffel Lebkuchengewürz oder 1 Messerspitze gemahlene Nelken oder noch ein bischen Zimt
2 Teelöffel Backpulver

Für obendrauf
150 g Schokolade oder 250 g Puderzucker für den Zuckerguss.

Und so macht man Zuckerguss
250 g Puderzucker und 3-4 Esslöffel Wasser.

Den Puderzucker in eine Schüssel geben und nach und nach das Wasser vorsichtig dazu. Beides so lange mit einer Gabel oder einem Schneebesen verrühren, bis eine glatte Masse entsteht.

Es muss aber nicht unbedingt Wasser sein, mit dem der Puderzucker glatt gerührt wird. Hier eignen sich viele andere Flüssigkeiten wie Zitronensaft, Orangensaft, Himbeersaft, Kirschsaft etc. Die farbigen Flüssigkeiten geben dem Puderzucker zudem die entsprechende Farbe. Selbst mit Kaffee kann man Zuckerguss machen.

Wer es beschwipst mag, kann ganz nach Geschmack auch Rum oder Rotwein dazugeben.

Quellenangaben

[1] Wikipedia.org: Berliner Brot, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Brot (Stand: 29.11.2014)

[2] rpr1.de: Himmlische Klassiker – Gebäckspezialitäten, URL: http://www.rpr1.de/~run/tipps-trends/essen-genuss/805/himmlische-klassiker-gebaeckspezialitaeten (Stand: 29.11.2014). Anmerkung: Text in der Formulierung leicht verändert (d. Red.).

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