Wohlstand nicht mehr gesichert: Die Erde kann nicht mehr

Vier von neun "planetaren Grenzen" bereits überschritten

Bild: NASA Marschall Space Flight Centre, Flickr CC BY-NC 2.0

Zu weit gegangen

„Unsere Erde kann nicht mehr“, titelt die WELT auf ihrer Website [1] und die Telekom fragt: „Wann bricht das „System Erde“ zusammen?“. [2]

Selbst Papst Franziskus fordert mit Blick auf den anstehenden UN-Klimagipfel in Paris „mehr Mut“ im Kampf gegen den Klimawandel und bekennt, der Mensch sei in der Ausbeutung der Natur „zu weit“ gegangen. [3]

Über den „World Overshoot Day“ hatte der Wildecker schon berichtet.

Menschliches Wohlergehen nicht mehr gesichert

Ein internationales Team von 18 Wissenschaftlern legte am 14.01.2015 neue Fakten auf den Tisch: Vier von neun „planetaren Grenzen“ haben wir bereits überschritten. [4]

„Durch das Überschreiten dieser Grenzen erhöht sich das Risiko, dass der Einfluss des Menschen die Erde weniger lebensfreundlich macht, dass Bemühungen zur Armutsbekämpfung beeinträchtigt werden, und dass sich das menschliche Wohlergehen in vielen Teilen der Welt verschlechtern könnte, auch in reichen“, stellt Will Steffen vom Stockholm Resilience Centre fest. [5]

In anderen Worten: Einschränkung statt Wohlergehen – Verlust statt Gewinn – Rückschritt statt Fortschritt.

Von Menschen verursacht

Das Modell der „planetaren Grenzen“ wurde unter Beteiligung des „Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung“ (PIK) in einer weltweiten Zusammenarbeit von 28 Wissenschaftlern entwickelt und beschreibt neun entscheidende Bereiche für von Menschen verursachte Umweltveränderungen. [7]

Schaubild zu den "planetaren Grenzen" [6]

Schaubild zu den „planetaren Grenzen“ [6]

In 2 Bereichen, im Bereich der „Genetischen Vielfalt“ und der „Konzentration von Kohlendioxid in der Athmosphäre“ befinden wir uns bereits „Beyond zone of uncertainty (high risk)“.

Hier wird die Erde nicht mehr so sein, wie wir sie bisher kannten. Die andere Seite werden wir kennenlernen.

Der Erde kann das egal sein

Der Titel „Unsere Erde kann nicht mehr“ ist allerdings nicht ganz richtig.

Das „System Erde“ wird es noch mehrere Milliarden Jahre geben; das „System profitorientierte Ökonomisierung aller Ressourcen“ aber nicht mehr. Ein „weiter wie bisher“ ist ein Konzept ohne Zukunft.

Und der Mensch? Er muss sich entscheiden.

Quellenangaben

[1] Welt.de: Forscher warnen – Unsere Erde kann nicht mehr, 15.01.2015, URL: http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article136425435/Forscher-warnen-Unsere-Erde-kann-nicht-mehr.html (Stand: 18.01.2015)

[2] T-Online.de: Grenzen der Belastbarkeit erreicht – Wann bricht das „System Erde“ zusammen?, 16.01.2015, URL: http://www.t-online.de/nachrichten/klimawandel/id_72513558/umwelt-wann-bricht-das-system-erde-zusammen-.html (Stand: 18.01.2015)

[3] T-Online.de: Grenzen der Belastbarkeit erreicht – Wann bricht das „System Erde“ zusammen?, a.a.O.

[4] Steffen, W., Richardson, K., Rockström, J., Cornell, S., Fetzer, I., Bennett, E.M., Biggs, R., Carpenter, S.R., de Vries, W., de Wit, C.A., Folke, C., Gerten, D., Heinke, J., Mace, G.M., Persson, L.M., Ramanathan, V., Reyers, B., Sörlin, S. (2015): Planetary Boundaries: Guiding human development on a changing planet. Science (Express, online) [DOI: 10.1126/science.1259855], 14.01.2015, URL: http://www.sciencemag.org/content/early/2015/01/14/science.1259855.abstract (Stand: 18.01.2015)

[5] Jonas Viering: Vier von neun „planetaren Grenzen“ bereits überschritten, in: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), pik-potsdam.de, 16.01.2015, URL: https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/vier-von-neun-planetaren-grenzen201d-bereits-ueberschritten (Stand: 18.01.2015)

[6] Quelle des Schaubilds: Jonas Viering: Vier von neun „planetaren Grenzen“ bereits überschritten, a.a.O.

[7] Die-Rohstoff-Expedition.de: Planetare Grenzen, URL: http://www.die-rohstoff-expedition.de/die-rohstoff-expedition/lern-und-arbeitsmaterial/planet-hat-grenzen.html (Stand: 18.01.2015)

Weiterführende Links

Stockholm Resilience Centre, URL: www.stockholmresilience.su.se

Planetary Boundaries Research Network, URL: http://www.pb-net.org/

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