Über den Wildecker


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Ich heiße Robert Hohmann und habe 4 Kinder. Das ist eigentlich schon alles. Es geht um die Zukunft ihrer Generation.

Geboren bin ich noch zu Hause, kurz nach dem Mittagessen, in Obersuhl, Gemeinde Wildeck.

Wildeck-Obersuhl, Jahr: 1970

Wildeck-Obersuhl, Jahr: 1970

Die einen sagen, Wildeck liegt in der Mitte Deutschlands. 40 Jahre lang lag es direkt am Zaun, der Zonengrenze. Am Ende der Welt.

Ich bin 14 mal umgezogen und durch 17 Länder gekommen. Das Ende der Welt war nicht dabei. Wer bis ans Ende der Welt will, findet es hier.

Heute ist Wildeck eher durch das Anti-Weightwatchers Gesangsduo „Wildecker Herzbuben“ bekannt.

Bild: Harry Cane CC BY-NC-SA 3.0, Wildecker Herzbuben

Bild: Harry Cane CC BY-NC-SA 3.0, Wildecker Herzbuben

Auf die rustikale und mit spitzem Humor gewürzte Rationalität, die dem Wildecker nachgesagt wird, habe ich mich immer verlassen können. Deswegen heißt dieses Magazin „Der Wildecker“.

Für eine lebenswerte Zukunft

Mit der jungen Generation gehen Obrigkeiten und Arbeitgeber nicht fair um und sagen nicht die ganze Wahrheit.

Altlasten ökonomischer, kultureller und ökologischer Art werden gerne verschwiegen und über Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten, wird immer seltener geredet.

Der „Wildecker“ schreibt in erster Linie für junge Leute, die das Leben noch vor sich haben, ihren Platz in der Gesellschaft suchen, Spaß haben wollen und dabei auch mit den Fallstricken des Lebens konfrontiert werden.

Aber auch für diejenigen, die voll in der Alltags-Mühle drin sind und sich hin und wieder fragen, was eigentlich der Sinn des Ganzen ist und wohin das führen soll.

Klartext und gesunder Menschenverstand

Als Kennedy vor rund 50 Jahren sagte: „Ich bin ein Berliner“, meinte er nicht den auf der Meldebehörde eingetragenen Einwohner Berlins und auch nicht die essbaren, in Fett gebratenen und mit Marmelade befüllten Teigwaren, sondern den „Berliner“ als Metapher für ein freies, demokratisches Leben.

Ebenso steht „Der Wildecker“ stellvertretend für eine Haltung, die sich in aller Bescheidenheit an einer unverfälschten Sicht auf die Dinge orientiert, geradeaus denkt, das Kind beim Namen nennt und frei heraus sagt, was man tun kann.

Jenes Stück Wahrheit, das zum Überleben notwendig ist

Die Wildecker haben in 1000 Jahren vielen Herren gedient, scheinbar unbeeinflusst Heilsbringer und politische Strömungen überlebt und dabei eine einfache und am gesunden Menschenverstand orientierte Sichtweise konserviert, die im Kern jenes Stück Wahrheit enthält, das zum Überleben notwendig ist.

bei der Burgruine Bumenstein (Gemeinde Wildeck), Eingangstor

Burgruine Blumenstein, Gemeinde Wildeck

Anscheinend, so lehrt uns die Geschichte, gibt dieser Kern im Zentrum menschlicher Vernunft verlässlich Orientierung, markiert den Nordpol der Meinungen und den Null-Punkt auf der Skala im Auf und Ab des Weltgeschehens.

Nicht alles ist ernst gemeint – manches aber schon!

„Zum Lachen braucht es immer ein wenig Geist. Das Tier lacht nicht.“ [1]

Der Freigeist sieht die Dinge immer mit einem Augenzwinkern, schmunzelt über Verschleierungsversuche und lässt sich nicht beirren in der Gewissheit:

„Das Lachen ist eine Macht, vor der die Größten dieser Welt sich beugen müssen.“ [2]

[1] Gottfried Keller, 1819-1890, schweizer Dichter und Politiker
[2] Émile Zola, 1840-1902, französischer Schriftsteller und Journalist.